

Erneuerbaren-Boom vermeidet Kosten für fossile Brennstoffe in Höhe von 480 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025
Neuer IRENA-Kostenbericht bestätigt: Erneuerbare Energien sind nicht nur die kostengünstigste Form neuer Stromerzeugung, sondern auch sondern auch ein strategischer Hebel zur Stärkung von Energiesicherheit, wirtschaftlicher Stabilität und geopolitischer Resilienz.
Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, 2. Juli 2026 – Die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien bleiben niedrig, dadurch sind erneuerbare Energien in den meisten Märkten weiterhin die günstigste Option für neue Stromerzeugung und bauen ihren Kostenvorteil gegenüber fossilen Brennstoffen weiter aus.
Der heute von der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) veröffentlichte Bericht „Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Jahr 2025“ schätzt, dass mehr als 90 % der im Jahr 2025 neu in Betrieb genommenen Erneuerbaren-Kapazitäten im Großmaßstab kostengünstiger waren als die kostengünstigste neue fossile Alternative.
Der Kostenvorteil erneuerbarer Energien gegenüber fossilen Brennstoffen hat sich weiter vergrößert. Im Jahr 2025 blieb die Kostenentwicklung bei der Solar-PV auf dem Niveau von 2024 bei 44 US-Dollar pro Megawattstunde (MWh), während sich die Kosten bei der Windenergie weiter verbesserten: Bei der Onshore-Windenergie sanken sie um 4 % auf 33 US-Dollar/MWh und bei der Offshore-Windenergie um 3 % auf 78 US-Dollar/MWh.
Umgekehrt führte bei neuen gasbefeuerten Kraftwerken ein Turbinenmangel dazu, dass sich die Investitionskosten für ein neues Kombikraftwerk in den Vereinigten Staaten etwa verdoppelten, während die Kosten in Märkten mit höheren Gaspreisen wie Italien, Deutschland und Japan auf fast 100 USD/MWh stiegen. Darüber hinaus dürfte die anhaltende Unsicherheit im Zusammenhang mit der Krise im Nahen Osten die Gaspreise das ganze Jahr über auf einem hohen Niveau halten.
Insgesamt trugen installierte erneuerbare Energien dazu bei, im Jahr 2025 geschätzte 480 Milliarden US-Dollar an Kosten für fossile Brennstoffe zu vermeiden. Damit werden erneuerbare Energien zu einem wichtigen geopolitischen Puffer gegen Preisschocks, Versorgungsrisiken und die Volatilität fossiler Brennstoffmärkte.
Francesco La Camera, Generaldirektor der IRENA, erklärte: „Der Rückgang der Kosten für erneuerbare Energien bringt erhebliche wirtschaftliche Vorteile mit sich. Für Länder, die nach wie vor stark von fossilen Brennstoffen abhängig sind, stärkt jedes zusätzliche Megawatt aus erneuerbaren Energien den wirtschaftlichen Schutz vor Schwankungen der Brennstoffpreise und schützt Verbraucherinnen und Verbraucher, Unternehmen und die öffentlichen Haushalte vor höheren Kosten. Die durch bestehende Anlagen für erneuerbare Energien erzielten Einsparungen wachsen weiter und bieten eine integrierte Absicherung gegen künftige Schocks. Diese Energiekrise hat erneut gezeigt: Der Ausbau der erneuerbarer Kapazitäten ist eine strategische Investition in Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit.“
Als die Straße von Hormus Anfang 2026 gesperrt wurde und die Importpreise in ganz Asien und Europa in die Höhe schossen, bot die bestehende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien einen entscheidenden finanziellen Puffer.
In den drei importabhängigen südostasiatischen Volkswirtschaften Indonesien, Thailand und den Philippinen beispielsweise vermied der bestehende Bestand an Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien im Jahr 2025 Ausgaben in Höhe von rund 5,7 Milliarden US-Dollar für Kohle- und Gaskäufe. Bewertet zu den höheren Brennstoffpreisen während des Höhepunkts der Krise im März bis Mai 2026, hätten dieselben Mengen einen Wert von 6,5 Milliarden US-Dollar entsprochen.
Der wirtschaftliche Nutzen erneuerbarer Stromerzeugung geht weit über die Erzeugungskosten hinaus. In den 20 untersuchten großen Volkswirtschaften, auf die etwa vier Fünftel der weltweiten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien entfallen, wurden durch den Einsatz erneuerbarer Energien im Jahr 2025 schätzungsweise 377 Milliarden US-Dollar an Ausgaben für fossile Brennstoffe eingespart.
Die geografische Verteilung der wirtschaftlichen Vorteile entspricht weitgehend der weltweiten Verteilung erneuerbarer Energiekapazitäten. Allein auf China entfielen 177 Milliarden US-Dollar oder rund die Hälfte aller Kosteneinsparungen, was die Größe seines Bestands an erneuerbaren Energien widerspiegelt. An zweiter Stelle bei den vermiedenen Kosten für fossile Brennstoffe standen die USA mit 35 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Brasilien mit 32 Milliarden US-Dollar, Indien mit 18 Milliarden US-Dollar, Deutschland mit 18 Milliarden US-Dollar und Japan mit 15 Milliarden US-Dollar.
Seit 2010 sind die Kosten für Solar-PV um 89 %, für konzentrierte Solarenergie um 72 %, für Onshore-Windenergie um 71 % und für Offshore-Windenergie um 63 % gesunken. Der massive Ausbau der Produktion, insbesondere in China, führte zu einem stark wettbewerbsorientierten Umfeld, das durch geringe Margen und Preise gekennzeichnet ist, die sich den Produktionskosten annähern.
Diese Phase des intensiven Wettbewerbs befindet sich im Wandel. Die Investitionen in die Clean-Tech-Fertigung haben sich halbiert – von einem vierteljährlichen Höchststand von 70 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf 35 Milliarden US-Dollar bis Ende 2025. Und während China seine Industrie für erneuerbare Energien umstrukturiert, steigen parallel weltweit die Rohstoff- und Komponentenpreise.
Diese Entwicklungen dürften in Verbindung mit einem sich wandelnden Handels- und Zollumfeld im Laufe dieses Jahres Aufwärtsdruck auf die gesamten installierten Kosten ausüben. Langfristig deuten die Prognosen der IRENA jedoch darauf hin, dass die Kosten bis 2035 weiter sinken werden, wenn auch weitaus langsamer als zuvor.
Weitere Informationen finden Sie unter „Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Jahr 2025“




